Karin 34 Jahre, Logopädin

“Mit einer Familie ist es gut zu wissen, dass ich ein regelmässiges Einkommen habe.”

Lesedauer 3 min.

Zürich // 03. Oktober 2022

Schon krass war, als ich das erste Mal nach meinem Studium als Logopädin gearbeitet habe und der 1. Lohn kam. Ich dachte so: «Wow, okay, das ist jetzt schon sehr sehr viel Geld! Ich brauche doch nur einen Bruchteil davon!».

Ich fand es dann schon etwas komisch, dass ich jetzt genau für diesen Job so viel Geld bekomme und Freundinnen und Freunde, welche viel mehr und viel strenger arbeiten als ich, einen viel tieferen Lohn bekommen. Ich finde das schwierig einzuordnen. Auch mein Partner - er ist Handwerker - verdient in etwa die Hälfte, obwohl sein Job auch mega wichtig und mega anstrengend ist. Dieser krasse Unterschied, den finde ich in den meisten Fällen nicht gerechtfertigt.

Heutzutage fällt mir auf, dass mich immer mehr Leute voll direkt fragen, was ich so verdiene. Ich finde es gut, wenn man direkt fragt und frage dann auch gerne mal zurück. Ich finde es schon noch wichtig, dass man zum Beispiel weiss, was andere verdienen, auch damit man ein bisschen weiss, was in den Branchen so üblich ist. Ich würde sagen, in meinem engen Umfeld, in meinem Kolleg*innenkreis wird ziemlich offen über Geld geredet, das finde ich cool.

Geld ist für mich dafür da, dass ich mein Leben so führen kann, wie ich will. Es bedeutet mir eigentlich nicht allzu viel. Es war mir nie wichtig, dass ich beim Job hauptsächlich mega viel Kohle mache oder so.

Klar, Geld gibt mir und meiner Familie irgendwie auch Sicherheit. So komplett egal ist es mir dann schon nicht. Mit einer Familie ist es gut zu wissen, dass ich ein regelmässiges Einkommen habe und vielleicht sogar etwas Reserve habe. Es gibt mir ein grosses Sicherheitsgefühl, zu wissen, dass das Konto Ende Monat nicht sofort auf Null sein wird.

Jetzt mit 2 Kindern ist es mir schon wichtiger als früher. Und dass auch mal etwas Geld gespart ist, welches wir für Ferien mit der Familie verwenden können, finde ich schon auch toll. Natürlich ist mir bewusst, dass dies ein grosser Luxus und nicht selbstverständlich ist.

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