Carlos 52 Jahre, Koch & Musiker

Familie
Arbeit

“Wir hatten nicht viel, aber wir hatten Spass!”

Lesedauer 4 min.

Zürich // 16. Mai 2022

Mein Vater arbeitete immer, meine Mutter arbeitete immer. Wir waren oft alleine zu Hause. Wir hatten nicht viel. Aber wir hatten ein Dach über dem Kopf. Viele Dinge, die andere Familien hatten, konnten wir uns nicht leisten. Zum Beispiel coole Sneakers oder ins Kino gehen oder so.

Ich und meine Geschwister haben uns in unserer Kindheit oft Dinge ausgedacht: Geschichten, Welten, Spielzeuge. Unsere Fantasie war grenzenlos. Wir haben aus Aluminiumfolie Spielsachen gebastelt. Soweit ich mich erinnern kann, fanden wir das nicht schlimm, dass wir fast keine materiellen Dinge besassen. Mein Bruder hat von sich aus angefangen Comics zu zeichnen und ich habe ihm das nachgemacht. Unsere Vorstellungskraft war immens. Wir lernten damit umzugehen und hatten sogar Spass dabei!

Mein Vater hat uns früh klargemacht, dass es auch zu Hause genug Arbeit gibt, die Geld wert ist. Küche aufräumen. Hinterhof putzen. Einkaufen gehen. Wäsche machen. Und und und. So haben ich und meine Geschwister gelernt, was welchen Wert hat. Wenn du selbst Hand anlegst, dann weisst du auch, wie streng man dafür arbeiten muss.

Das gute an Geld ist, man kann (oder könnte) vielen Menschen direkt damit helfen. Es kann viele Probleme lösen. Aber Geld ist natürlich auch oft die Ursache von vielen Problemen.

Ich finde, wenn man wirklich wirklich viel Geld hat, dann sollte es vom Staat vorgeschrieben sein, dass man einen gewissen Prozentsatz davon für gemeinnützige Zwecke spenden muss. Geld, also der Umgang mit Geld, sollte ein Schulfach sein.